MobileIron, Pionier und Marktführer bei der Verwaltung mobiler Geräte, setzt in Deutschland ganz auf indirekten Vertrieb. Die Liste der hierzulande gewonnenen Channel-Partner imponiert ebenso wie das weltweite Wachstum.

Für das Start-up-Unternehmen MobileIron aus Mountain View im kalifornischen Silicon Valley läuft es gut. 2011 lag der Auftragseingang um 400 Prozent über dem des Vorjahrs, die Zahl der Kunden stieg um 600 Prozent, die Belegschaft verdoppelte sich auf 250 Mitarbeiter. Etwa 30 Prozent der Umsätze kommen inzwischen aus Europa. Die Analysten der renommierten IT-Marktforschungsfirma Gartner haben das Unternehmen in den Quadranten der Marktführer bei Mobile Device Management (MDM) aufgenommen. CEO Bob Tinker kann sich einen Börsengang des vor vier Jahren gegründeten und bislang durch Venture Capital finanzierten Unternehmens binnen zwei Jahren gut vorstellen.

Christof Baumgärtner, bei MobileIron Country Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz, nennt vier Bereiche, die die Software des Unternehmens, die es On-Premise und auch aus der Cloud gibt, für mobile Geräte abdeckt: Provisionierung und Konfigurierung, Absicherung auch im Verlustfall, Deployment, Inventarisierung.

Im Dezember 2010 hat sich Baumgärtner in München als One-Man-Show ans Werk gemacht. Sein Hauptaugenmerk liegt darauf, einen schlagkräftigen indirekten Vertrieb aufzubauen: »Wir gehen hier zu hundert Prozent über den Channel.« Als Reseller gewonnen hat er seitdem die Telekommunikationsgiganten Deutsche Telekom und Vodafone, die Systemhausgrößen Bechtle, Cancom und Computacenter, eine Reihe kleinerer Systemhäuser mit Blackberry-Hintergrund wie Milanconsult, Schiffl und Sector27, ferner auf Sicherheit spezialisierte Systemintegratoren wie Integralis oder TÜV Rheinland i-sec. Ein Partnerprogramm ist in Arbeit.

MOBILE IT-WELT ENTSTEHT AUCH IN DEN UNTERNEHMEN

Grundlage des Erfolgs von MobileIron ist die rasante Ausbreitung von Smartphones und Tablets in den Unternehmen. Nach Erhebungen der Marktforschungsfirma IDC sind im vergangenen Jahr dort weltweit 80 Millionen Smartphones dazugekommen, 2013 sollen es 140 Millionen sein. Der Trend, privat angeschaffte Geräte beruflich zu verwenden (nach der Devise »Bring your own device«), hat Apples iPhones und iPads sowie ähnliche Geräte, die Googles Betriebssystem Android nutzen, in die Unternehmen geschwemmt. Einst prestigeträchtige Handys, die Betriebssysteme von RIM (Blackberry), Symbian und Microsoft nutzen, haben vielerorts den Status von Altlasten bekommen.

Auch auf der Softwareseite entsteht anscheinend ein neuer Kosmos: IDC zufolge wird es im Jahr 2012 in den Unternehmen viermal so viele Projekte zu mobilen Apps für Devices geben wie bei traditionellen PCs. Viele Hersteller operativer und analytischer betriebswirtschaftlicher Anwendungssoftware haben im vergangenen Jahr auch mobile Endgeräte und namentlich Smartphones und Tablets einbezogen.

Die etablierten Systemmanagement-Anbieter wie BMC, CA, HP, IBM und Microsoft nehmen sich dieser neuen Welt bislang kaum an. Nichtsdestoweniger hat Gartner weltweit rund 60 Firmen identifiziert, die mittlerweile Software für das neue Marktsegment MDM vorweisen können. Laptops und Netbooks sind damit nicht gemeint, diese mobilen PCs scheinen die Unternehmen mit den bewährten Werkzeugen für das Client-Management im Griff zu haben. Bei Smartphones und Tablets sieht das anders aus: Die IT-Abteilungen haben darüber keine Kontrolle und können dort nichts aufspielen oder verordnen. Neue Tools sind willkommen, um der Consumerization der IT Rechnung tragen zu können.

Quelle: crn.de